Schön, eine Fotoarbeit zum weitgefassten Thema "Mensch" sollte es also werden. Mit dieser Vorgabe unserer Kunstlehrerin waren wir unserer eigenen Kreativität überlassen- und zunächst überfordert.
Unsere erste Idee war es, unsere Mitschüler zu fotografieren und so unsere Klasse als eine spezielle Gruppe von Menschen zu dokumentieren. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings leider an der Organisation und am Widerstand einiger fotoscheuer Mitschüler. An dieser Stelle möchten wir uns übrigens kurz dafür entschuldigen, dass wir zuerst alle verrückt gemacht haben um dann das Projekt wieder abzublasen! Aber das macht schließlich den wahren Künstler aus, so etwas nennt sich Arbeitsprozess!!
Nachdem nun also eine Planänderung nötig geworden war, warteten wir - wie üblich - erst einmal, bis wir unter erheblichem Zeitdruck standen und entschieden uns schließlich dafür, eine Arbeit über die Frau zu machen, d.h. durch Verkleiden die verschiedenen Frauentypen darzustellen, die uns so einfielen.
Unsere erste Überlegung galt der Frage nach der Beschaffung von Verkleidungs- utensilien. Dazu musste wohl oder übel der Kleiderfundus meiner Oma herhalten, also wurden bei ihr Schränke und Dachboden geplündert. Besonderer Dank gilt auch meiner Tante, die uns großzügig Teile ihrer früheren Garderobe überließ. (Jammer-schade, dass wir den wunderbaren mehrfarbigen Paillettenpullover mit den matratzenähnlichen Schulterpolstern in den Fotos nicht unterbringen konnten.)
Ein Einkauf bei "Wühli" in Schorndorf vervollständigte unsere Kleiderauswahl.
Dann konnte es ja losgehen. Womit beginnt man am besten? Klar, erst mal Musik an und dann das zur Verfügung stehende Material ausgebreitet. Nach einer Viertelstunde glich mein Zimmer einer Müllhalde und blieb es bis zum Ende unserer Arbeit. (Ich frage mich jetzt noch, wie ich abends immer in mein Bett gefunden habe.).
Als nächstes gingen wir voller Eifer das Schminken und Anprobieren an. Mit Make up, Haarteilen, verschiedener Garderobe, viel Spaß und noch mehr Sicherheitsnadeln zum Feststecken der Kleidung, verwandelten wir uns in völlig verschiedene Frauentypen. Aber aller Anfang ist schwer. Zu Beginn gelangen die Fotos nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten. Außerdem ging alles so ermüdend langsam, dass wir wieder fürchteten, nicht rechtzeitig fertig zu werden. Doch mit wachsender Routine wurden wir schneller und die Fotos besser und besser.
Nach einigen Tagen intensiven Verkleidens und Schminkens beschlossen wir dann, es bei den gemachten Fotografien zu belassen. Einige An-fangsbilder hielten unserem mittlerweile geübten und kritischen Blick zwar nicht mehr stand und bei der einen oder anderen Aufnahme hätten wir uns noch andere Requisiten gewünscht die wir leider nicht auftreiben konnten. Trotzdem waren wir mit dem Ergebnis zufrieden.
Die letzte Schwierigkeit bestand dann darin, aus den Unmengen von Fotos die endgültigen und besten auszuwählen, uns eine geeignete Präsentationsform und vor allem einen Titel auszudenken.
Das Ergebnis unserer Überlegungen können Sie unter Fotos bewundern, viel Spass!
Die Künstler Idil und Anna